Ringversuche

Laboratorien stellen sich gegenseitig auf die Probe


               

Internationale Laboratorien stellen sich gegenseitig auf die Probe

Ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit bietet ein Leistungsvergleich zwischen verschiedenen Laboren - koordiniert vom Kunststoff-Institut.

Mit Hilfe der sogenannten Ringversuche stellen sich Labore selbst und gegenseitig auf die Probe, um gleichsam die eigenen Prüfverfahren unter die Lupe zu nehmen und die Vergleichbarkeit der Verfahren überprüfen zu können. Die Prozedur ist denkbar einfach und doch hoch effizient: gleichwertige Probekörper werden an die Labore verschickt und dort nach vorher genau festgelegten Parametern untersucht. Anschließend gehen die Ergebnisse an das Kunststoff-Institut zurück und werden dort ausgewertet. "Solange sie in einem gewissen Toleranzrahmen bleiben, ist alles in Ordnung. Fällt eines der Labore bei einzelnen Werten völlig aus dem Rahmen, stimmt irgendetwas nicht an der Analysetechnik".

Mit dem Beginn der Ringversuchsserie 2012 startet auch eine Kooperation des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid mit dem Deutschen Referenzbüro für Lebensmittel-Ringversuche und Referenzmaterialien (DRRR GmbH). Diese Kooperation findet im Bereich der Prüfung von Kunststofffolien bzw. Bedarfsgegenständen statt und umfasst unter anderem den gemeinsamen Probenversand, sowie eine gemeinsame Auswertung der Messergebnisse und Berichterstattung. Unter anderem werden im Rahmen dieser Zusammenarbeit folgende Prüfungen angeboten: Sensorik von Bedarfsgegenständen nach DIN 10955, Globalmigration von Kunststoffolie, Spezifische Migration von Kunststofffolie, Identifikation von Folienmaterial und Monomeridefikation im Lebensmittel. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen dem Informationsmaterial im Downloadbereich oder der Internetseite: www.drrr.de

Die Ringversuche finden einmal pro Jahr statt. Eine Vielzahl unterschiedlicher Prüflaboratorien beteiligt sich jedes Jahr aufs Neue. Im Jahr 2011 waren es

  • 180 Laboratorien
  • aus 28 Ländern
  • die sich für 57 verschieden Prüfmethoden anmeldeten

(so viele wie sonst kaum irgendwo bei Ringversuchen).

Das spricht allemal für die Güte des Verfahrens. Die kompletten Ergebnisse werden dann übrigens anschließend den Teilnehmern anonymisiert zur Verfügung gestellt. Nur die jeweils betroffenen Labore bekommen ihre Ergebnisse in die Hand und können im Zweifelsfall umsteuern. Das ist besonders wichtig für akkreditierte bzw. zertifizierte Labore, die erhöhten Qualitätsanforderungen unterliegen: "Sie bekommen durch Ringversuche ein wichtiges und gut funktionierendes Korrektiv."

Mit der Teilnahme an Ringversuchen kann überprüft werden, ob mechanische Prüfungen oder Analysenergebnisse mit denen anderer Labore vergleichbar sind und es können Aussagen zur Messunsicherheit von Prüfverfahren abgeleitet werden. Sie sind somit wichtige Instrumente der externen Qualitätssicherung für Laboratorien und dienen zur Ermittlung bzw. Überprüfung der Genauigkeit von Messmethoden und dokumentieren somit die Leistungsfähigkeit des eigenen Labors.

Die Teilnahme an Ringversuchen wird insbesondere Prüfstellen oder Laboratorien empfohlen, die nach einem QS-System gemäß ISO 9000 zertifiziert oder nach EN ISO/IEC 17025 akkreditiert sind.

Die Durchführung und Auswertung der Ringversuchserie erfolgt nach dem ISO Guide 17043 und als Bewertungskriterium für die Leistung der Teilnehmer wir der sogenannte „z-score“ genutzt. Die Auswertung der statistischen Kenngrößen erfolgt nach ISO 13528 und ISO 5725-2.

Die Durchführung der einzelnen Verfahren setzt eine Teilnehmerzahl von mindestens fünf Laboratorien voraus. Eine Teilnahme an einzelnen Verfahren ist möglich. Die Probekörper und Materialien werden vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Für jedes Verfahren werden zwei Materialien oder Muster bereitgestellt.

Vorläufige Zeitplanung für die Ringversuchserie 2012

Vorgang Termin
Anmeldeschluss: Mitte Februar 2012
Probenversand:  Ende März 2012
Einreichen der Ergebnisse: Juni 2012
Versand der Auswertung: Mitte September 2012

 

Folgende Prüfmethoden werden im Jahr 2012 angeboten:

Belichtung / Alterung von Kunststoffproben:

  • Lichtechtheit (ISO 105-B06) VDA 75202–3A4
  • Sonnensimulation DIN 75220 D-IN1-T

Eigenschaften von Kunststoffrohren:

  • Zeitstand-Innendruck-Versuch (Maximal 1000 Stunden) ISO 1167-1/-2

Mechanische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Zugversuch (Zug-E-Modul) ISO 527-1/-2
  • Zugversuch (Dehnung und Festigkeit) ISO 527-1/-2
  • Zugversuch bei erhöhter Temperatur (1 Material) ISO 527-1/-2
  • Zugversuch bei Minusgraden (1 Material) ISO 527-1/-2
  • Biegeversuch (Biege-E-Modul) ISO 178
  • Biegeversuch (3,5 % Biegespannung) ISO 178
  • Biegefestigkeit und Dehnung bei Biegefestigkeit ISO 178
  • Charpy-Schlagbiegeversuch ISO 179-1/1eU
  • Charpy-Kerbschlagbiegeversuch ISO 179-1/1eA
  • Charpy-(Kerb-)Schlagbiegeversuch bei -30°C ISO 179-1
  • Izod-(Kerb-) Schlagbiegeversuch ISO 180
  • Dynstat (Kerb-) Schlagzähigkeit DIN 53435
  • 3,5 % Biegespannung / Dynstat DIN 53435
  • Instrumentierter Durchstoßversuch ISO 6603-2
  • Druckversuch (Druckfestigkeit) ISO 604

Eigenschaften der Kunststoffe nach ASTM-Standards: NEU!!!

  • Zugversuch (Zug-E-Modul) ASTM D638
  • Zugversuch (Dehnung und Festigkeit) ASTM D638
  • Biegeversuch (Biege-E-Modul) ASTM D790
  • Biegeversuch (Dehnung und Festigkeit) ASTM D790
  • Dichte (spezifisches Gewicht) ASTM D792
  • Schmelzindex MFR/MVR ASTM D1238
  • Vicat-Erweichungstemperatur ASTM D1525
  • Wärmeformbeständigkeit ASTM D648

Dynamisch-mechanische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Dynamisch-mechanische Analyse (DMA) Schubmodul aus der Torsionsschwingung ISO 6721-2
  • Dynamisch-mechanische Analyse /DMA) z.B. Bestimmung des Verlustmoduls ISO 6721-5

Probekörperherstellung (Spritzgießen) und mechanische Eigenschaften:

  • Probekörperherstellung (1A) und Zugversuch ISO 527-1/-2
  • Probekörperherstellung (1A) und Biegeversuch ISO 178
  • Probekörperherstellung (1A) und Charpy-Schlagbiegeversuch ISO 179

Probekörperherstellung (Fräsen) und mechanische Eigenschaften:

  • Probekörperherstellung (1B) und Zugversuch ISO 527-1/-2

Thermische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • DSC-Analyse: Schmelzpunktes und -enthalpie ISO 11357-3
  • DSC-Analyse: Glasübergangstemperatur ISO 11357-2
  • DSC-Analyse: Oxidation Induction Time (OIT) ISO 11357-6
  • TG-Analyse: Bestimmung des Talkum- bzw. Rußgehalts ISO 11358
  • Vicat-Erweichungstemperatur ISO 306
  • Wärmeformbeständigkeit ISO 75
  • Längenausdehnungskoeffizient ISO 11359

Rheologische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Schmelzindex MFR/MVR ISO 1133
  • Fließfähigkeit von Kunststoffen (Kapillarrheometer) ISO 11443
  • Scherviskosität von Kunststoffen (Platte-Platte-Rheometer) ISO 6721-10

Chemische und physikalische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Dichte ISO 1183-1
  • Lösungsviskosität (konz. Schwefelsäure) ISO 307
  • Lösungsviskosität (m-Kresol) ISO 307
  • Lösungsviskosität an PBT (Phenol/1,2-Dichlorbenzol) ISO 1628-5
  • Glührückstand ISO 1172

Härte der Kunststoffe:

  • Härteprüfung Shore D ISO 868
  • Kugeldruckhärte ISO 2039-1

Infrarotspektroskopie:

  • Quantitative Infrarotspektroskopie mittels FTIR ohne

Brennverhalten der Kunststoffe:

  • Bestimmung des Brennverhaltens (DIN 75200) FMVSS 302
  • Bestimmung des Brennverhaltens UL 94 HB
  • Bestimmung des Brennverhaltens UL 94 V

Emissionseigenschaften der Kunststoffe:

  • Geruchsverhalten (VW PV 3900) VDA 270
  • Bestimmung der Formaldehydabgabe (VW PV 3925) VDA 275
  • Bestimmung der Gesamtkohlenstoffemission (VW PV 3341) VDA 277
  • Foggingverhalten / Verf. A (reflektometrisch) DIN 75201-A
  • Foggingverhalten / Verf. B (VW PV 3015) DIN 75201-B

Optische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Glanzgradbestimmung mittels Reflektometer 60° (DIN 67530) ISO 2813
  • Farbmessung (8°/d) zur Bestimmung der ΔL Δa Δb ΔE Werte ISO 7724
  • Farbmessung (45°/0) zur Bestimmung der ΔL Δa Δb ΔE Werte DIN 53236-B

Elektrische Eigenschaften der Kunststoffe:

  • Glühdrahtprüfung DIN EN 60695-2-10

Eigenschaften von Elastomeren und TPE:

  • Dichte von Elastomeren ISO 2781
  • Zugversuch an Proben S2 (Reißdehnung und Zugfestigkeit) ISO 37
  • Zugversuch bei erhöhter Temperatur ISO 37
  • Glasübergang von Elastomeren DIN 53765
  • Druckverformungsrest ISO 815
  • Weiterreißwiderstand von Elastomeren / Streifenprobe ISO 34-1
  • Weiterreißwiderstand von Elastomeren / Winkelprobe ISO 34-1
  • Härteprüfung Shore A ISO 868
  • IRHD-Härte von Elastomeren / TPE ISO 48-N
  • Extrahierbare Bestandteile ISO 1407
  • Rückprallelastizität (DIN 53512) ISO 4662
  • Abriebverhalten ISO 4649
  • Glührückstand an Elastomeren ISO 247-A

Eigenschaften von Kunststofffolien:

  • Zugversuch an Folien ISO 527-3
  • Weiterreißwiderstand an Folien DIN 53356
  • Reißfestigkeit nach dem Hosenreiß-Verfahren ISO 6383-1
  • Reißfestigkeit nach dem Elmendorf-Verfahren ISO 6383-2
  • Wasserdampfdurchlässigkeit ISO 15106-3
  • Sauerstoffdurchlässigkeit ISO 15105-2
  • T-Schälprüfung ISO 11339
  • Biegesteifigkeit nach Cantilever DIN 53362
  • Foliendicke ISO 4593
  • Reibungskoeffizienten (Gleit- und Haftreibung) ISO 8295